Nicole Scheucher im Gespräch
- 25. März
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Apr.
Die „Beautyup“-Hautexpertin über Hautprobleme, Selbstliebe und warum sie auch ein wenig Therapeutin für ihre Kundinnen und Kunden ist.
Liebe Nici, vielen Dank für deine Zeit für dieses Interview. Zu Beginn wollen wir natürlich ein wenig über dich persönlich erfahren.
Gerne! Mein Name ist Nicole Scheucher, lebe in Fohnsdorf, bin verheiratet und habe eine Tochter. Und ich bin Hautexpertin.
Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?
So wie viele andere wahrscheinlich auch wusste ich anfangs gar nicht, was ich einmal werden wollte. Ich weiß noch ganz genau, dass mich das AMS damals unbedingt in die Fleischerei stecken wollte, weil sie dort Leute brauchten, aber das ging für mich gar nicht. Und dann hat mir eine Freundin erzählt, dass sie eine Ausbildung zur Kosmetikerin macht, und da dachte ich: Das ist es, das mach ich!
Das heißt, du wärst wirklich fast in einer Metzgerei gelandet?
Ja (schmunzelt). Aber ich arbeite doch lieber mit lebenden Lebewesen (lacht).
Verständlich! Und wie bist du zur Hautexpertin geworden?
Zuerst war ich einfach nur Kosmetikerin und hab auch als Kosmetikerin gearbeitet. Das war zu Beginn für mich ein Job wie jeder andere. Das Ausschlaggebende war dann aber meine Schwangerschaft und dass ich danach fürchterliche Akne bekam. Und das war für mich der Punkt, wo ich gesagt habe, dass ich mehr in die Richtung machen möchte, weil ich einfach weiß, wie man sich fühlt, wenn man ein Hautproblem hat. Ich weiß, was es für ein seelischer Druck ist – du gehst nicht mehr raus, schon gar nicht ohne Make-up, und du fühlst dich einfach unwohl. Du siehst in den Spiegel und siehst nur das Schlechte. Und da wurde aus meiner Arbeit meine Berufung. Da wurde auch Mindset, Ernährung, alles rund um den Körper Thema in meiner Arbeit. Denn es gibt nicht die eine Wundercreme, die man aufträgt und alles ist toll. Ich hab also meinen Meister gemacht und bin richtig tief reingegangen.
Würdest du jedem einmal einen Besuch beim Kosmetiker, bei der Kosmetikerin empfehlen?
Ja, auf jeden Fall! Erstmal können wir als Kosmetikerinnen und Kosmetiker sehr gut vorbeugen. Das ist immer leichter, ganz nach dem Motto: Vorbeugen ist besser als heilen. Natürlich hat es auch diesen seelischen und Wellness-Faktor, man kann sich kurze Zeit richtig erholen und etwas für sich tun.
Dein Label heißt ja „Beautyup – Fühl dich schön“. Wie definierst du für dich „Schönheit“?
Jeder empfindet Schönheit anders. Es ist wie Kunst: Für jeden ist etwas anderes „kunstvoll“. Und genauso ist es bei der Schönheit. Ich hab das Ziel, dass meine Kunden in den Spiegel schauen und einfach lächeln – dass sie sich selbst annehmen, akzeptieren und sich auch schön fühlen. Und das ist bei jedem total unterschiedlich. Bei den einen ist es extrem viel, bei den anderen natürlich, aber jeder sollte am Ende in den Spiegel schauen und sich selbst anlächeln können.
Ist das auch für dich der Moment, wo du dich selbst „schön“ fühlst?
Ja, definitiv. Wie gesagt, ich kenne es auch andersherum – dass ich in den Spiegel schaue und zu Tode betrübt bin, weil alles entzündet ist und weh tut. Du siehst dann auch nichts anderes mehr. Deswegen bin ich heute umso dankbarer, dass ich mich anschauen und sagen kann: „Es ist alles okay, mir geht es gut“. Das ist eine Entwicklung, die gedauert hat, also das ging nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess.
Hast du jetzt noch „Problemzonen“ auf deiner Haut?
Ich hab noch Narben von der Akne, aber im Gesamten bin ich sehr glücklich, dass meine Haut jetzt gesund ist. Das hätte ich vor zehn Jahren noch nicht gedacht, dass ich das schaffe. Dazu brauchte es aber auch die richtige Pflege und vor allem Zeit.
Wann findest du andere Menschen schön? Hast du ein „Schönheitsideal“?
Kein „bildliches“ Schönheitsideal, das überhaupt nicht. Aber du merkst einfach, wenn die Leute strahlen. Ich kann an der Haut sehen, ob es jemandem gut geht, ob es ihm nicht gut geht, … das sehe ich sofort.
Es ist diese innere Schönheit, die nach außen strahlt. Wenn ich mich um mich kümmere, Zeit in mich investiere, dann fühle ich mich ja auch ganz anders und das nehmen auch andere wahr.
„Die Haut ist der Spiegel der Seele“ – würdest du dem also zustimmen?
Ja, definitiv. Wenn es jemandem schlecht geht, sieht man das oft an der Haut. Sie ist eher blass, Falten kommen mehr raus, sie wirkt schlaff. Das erkennt man meistens auf den ersten Blick.
Und du als Hautexpertin wahrscheinlich sowieso (lacht). Du hast es ja schon erwähnt: Die „innere Schönheit“ ist die, die man auch außen sehen kann. Wie definierst du „innere Schönheit“?
Dazu gehört für mich das Wohlfühlen – man muss sich in seiner eigenen Haut wohlfühlen. Es hilft dir nichts, wenn dir zehn Leute sagen, dass du schön bist, du dich aber selbst nicht so fühlst. Das hat auch mit Selbstliebe zu tun. Wie viele wunderschöne Menschen gibt es, die sich selbst nicht schön finden, weil sie nie zufrieden sind? Da muss sich das grundsätzliche Mindset erst ändern. Sprich: Ich tue etwas für mich selbst, ich akzeptiere mich, wie ich bin, ich seh das Positive an mir. Nehmen wir ein weißes Blatt Papier mit einem schwarzen Punkt her. Jeder wird vermutlich nur diesen einen Punkt sehen, obwohl es viel mehr Weiß als Schwarz gibt. Heißt: Es gibt ganz oft viel mehr Positives als Negatives zu sehen. Bei vielen Dingen können wir als Kosmetikerinnen und Kosmetiker ja auch helfen, das zu beheben – das innere Gefühl muss aber auch stimmen, sonst können wir kaschieren und behandeln, so viel wir wollen. Selbstliebe ist etwas, an dem wir arbeiten müssen.
Eine Behandlung bei dir ist also nicht nur eine äußerliche, sondern auch ein wenig eine „innere“ Behandlung?
Ja. Wir fangen zu Beginn immer mit einer großen Hautanalyse an. Da erfährt man von den Kundinnen und Kunden oft schon sehr viel – über ihre Problemstellen, aber auch über Dinge, die ihnen widerfahren sind und die sie belasten. Es geht also nicht nur um eine Gesichtsbehandlung, sondern dadurch, dass wir unseren Kundinnen und Kunden so „nah“ sind, besprechen wir auch alles bis ins Detail. Und sie bekommen dann auch eine wirklich maßgeschneiderte Behandlung und Pflege, bei der wir alles einbeziehen: persönliche Situation, Ernährung, und so weiter. Wir versuchen auch, unseren Kundinnen und Kunden dieses „Wohlfühlen“ und diese Dankbarkeit zu vermitteln, damit sie vielleicht einmal einen anderen Blickwinkel auf ihre „Makel“ bekommen – und am Ende unseres gemeinsamen Weges nicht nur schön aussehen, sondern sich auch schön fühlen.
Du bist also auch ein bisschen Therapeutin für deine Kundinnen und Kunden?
Ja, ein bisschen (lacht). Ich glaube, dieses Zwischenmenschliche macht meinen Beruf zu etwas Besonderem. Das geht heutzutage ja leider viel zu oft verloren. Keiner scheint mehr Interesse an anderen zu haben. Und wenn doch, dann jammern wir lieber, als zuzuhören. Darum ist es mir besonders wichtig, dieses positive Gefühl zu vermitteln, Komplimente zu verteilen, ein bisschen mehr Freude zu versprühen.
Ist das auch so etwas wie dein Lebensmotto?
Ja. Mein Lebensmotto ist: Lebe, liebe, lache. Denn wir haben nur dieses eine Leben und wir sollten jeden Moment darin genießen.










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